{"id":287,"date":"2016-02-02T15:11:18","date_gmt":"2016-02-02T14:11:18","guid":{"rendered":"http:\/\/karinthomas.eu\/?p=287"},"modified":"2016-02-06T14:31:25","modified_gmt":"2016-02-06T13:31:25","slug":"2002-kunst-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karinthomas.eu\/?p=287","title":{"rendered":"2002 KUNST IN DEUTSCHLAND"},"content":{"rendered":"<h1>Meine Zeitreise durch die Kunst im Spiegel \u00f6ffentlicher Resonanz<\/h1>\n<p>Text als Word-Dokument downloaden:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/karinthomas.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/at-word_zeitreise.doc\" target=\"_blank\">Meine_Zeitreise_durch_die_Kunst.doc<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><strong>2002\u00a0\u00a0 KUNST IN DEUTSCHLAND SEIT 1945<\/strong><\/h1>\n<p>Als meine wichtigste Publikation betrachte ich \u201eKunst in Deutschland seit 1945\u201c, die 2002 erschienen ist. Sie zieht gewisserma\u00dfen die Summe aus meinen, durch zahlreiche Projekte und Begegnungen mit vielen K\u00fcnstlern aus dem Westen und Osten Deutschlands vorbereitete Aktivit\u00e4ten \u00fcber mehr als 30 Jahre \u2013 ein Buch, das kurz vor meinem Ausscheiden als Cheflektorin aus dem DuMont Verlag entstanden ist.<\/p>\n<p>Martina Wehlte hat dieses Buch im <em>DeutschlandRadio<\/em> (am 16.10.2002) ausf\u00fchrlich gew\u00fcrdigt:<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Die zweiseitige Fotografie, die einem beim Aufbl\u00e4ttern entgegenprangt, k\u00f6nnte als Bildkommentar zur deutsch-deutschen Kunstgeschichte der Nachkriegszeit nicht besser gew\u00e4hlt sein: Sie zeigt ein viel gebrauchtes Tandem, \u00fcberladen mit Koffern, Reisetaschen und Einkaufsbeuteln, Spaten, Kleiderb\u00fcgeln und Plastik\u00fcbertopf, ein symbolhaftes Gef\u00e4hrt (\u00fcbrigens von Andreas Slominski 1994 geschaffen), ein symbolhaftes Gef\u00e4hrt also, auf dem es sich nicht im gleichen Rhythmus bequem radeln l\u00e4sst, sondern das m\u00fchsam vorw\u00e4rtsgeschoben werden muss. Und wer nicht eine geh\u00f6rige Portion deutschen Idealismus, preu\u00dfische Disziplin und rheinl\u00e4ndischen Humor bes\u00e4\u00dfe, h\u00e4tte wohl kaum die K\u00e4rrnerarbeit leisten k\u00f6nnen, das mit allerhand ideologischem Ballast, mit Vor- und Fehlurteilen befrachtete Vehikel \u201aKunst in Deutschland seit 1945\u2019 auf dem Weg der Erkenntnis voranzubringen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Karin Thomas, eine ausgewiesene Kennerin der Kunst des 20. Jahrhunderts und langj\u00e4hrige Cheflektorin im DuMont Verlag, hat diese Aufgabe in einem opus magnum mit \u00fcber 500 Seiten und mehr als 600 Abbildungen bravour\u00f6s bew\u00e4ltigt. Und wer in Erinnerung an die Schwemme kunstgeschichtlicher Lexika und Gesamtdarstellungen zur Jahrtausendwende ,schon wieder\u2019 st\u00f6hnt, dem sei versichert, dass der vorliegende Band tats\u00e4chlich eine breite L\u00fccke schlie\u00dft, die wohl nur deshalb so lange geklafft hat, weil es sowohl einer intimen Kenntnis der Besonderheiten in den Kunstszenen Ost und West, ihrer breiten Entwicklungsstr\u00f6me und feinen Ver\u00e4stelungen bedurfte, um sie zu schlie\u00dfen, wie auch des zeitlichen Abstands, um zu einer differenzierten Darstellung und leidlich unvoreingenommenen Wertung zu kommen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Dass dies auch nur m\u00f6glich ist, wenn man die politischen Direktiven und die jeweiligen soziokulturellen Strukturen mit ber\u00fccksichtigt, wie die Autorin dies macht, leuchtet ohne weiteres ein. Denn die Kunst spiegelt sowohl das Selbstverst\u00e4ndnis der Schaffenden als auch \u2013 seismographisch \u2013 gesamtgesellschaftliche Bed\u00fcrfnisse. So kam es in der Bundesrepublik und in der ehemaligen DDR zeitgleich zu entgegengesetzten Bestrebungen in der Kunst, die \u2013 bezogen auf das jeweilige Gesellschaftssystem \u2013 oppositionellen Charakter hatten. Besonders auff\u00e4llig war das in den sechziger Jahren. Hierzu schreibt Karin Thomas: <em>Als westdeutsche K\u00fcnstler in den sechziger Jahren das seit Romantik und Expressionismus in der deutschen Kunst bis zum Abstrakten Expressionismus kultivierte Selbstverst\u00e4ndnis vom freien sch\u00f6pferischen Geist zu problematisieren begannen, behauptete sich eben diese Subjekt-Zeichnung \u2013 gespeist aus den genannten deutschen Traditionsquellen \u2013 in der DDR im Widerspruch gegen das offiziell eingeforderte, dem gesellschaftlichen Auftrag dienende K\u00fcnslterprofil.<\/em> Die deutsche Romantik, der Expressionismus hier als Hort individuellen R\u00fcckzugs verp\u00f6nt, dort in ihrem revolution\u00e4ren Potential entdeckt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Und wie diese Rezeptionsgeschichte unterschiedlich verlief, so ja bekannterma\u00dfen auch die Anbindung an die West- bzw. Ostkunst, die beiderseits im Zeichen eines Internationalismus stand, der die Autorin schon im Titel ihres Buches auf den Begriff \u201adeutsche Kunst\u2019 wohlweislich verzichten l\u00e4sst. \u201aNach der Katastrophe\u2019 lautet die \u00dcberschrift zum ersten von insgesamt zehn Kapiteln, die das G\u00e4rende in der Kunst speziell der sechziger und siebziger Jahre schon in Begriffen wie \u201aTreibhaus\u2019, \u201aAufbr\u00fcche und Ausbr\u00fcche\u2019 usw. aufscheinen lassen. Vorangegangen waren die in Vergessenheit geratenen Totenklagen eines Hans Grundig oder Horst Strempel, die Psychogramme des zerst\u00f6rten Dresden oder Berlin von Wilhelm Rudolph und Werner Heldt. Es folgte die Zeit der K\u00e4mpfe zwischen Vertretern einer abstrahierenden Malerei und eines festgef\u00fcgten Menschenbildes \u2013 Ernst Wilhelm Nay, Oskar Schlemmer und Karl Hofer markieren hier gegens\u00e4tzliche Positionen. F\u00fcr wen das Herz der Autorin heftiger schl\u00e4gt, ist unschwer zu erkennen, wenn sie von Nays Bildfl\u00e4che schw\u00e4rmt als von einem \u201aautonomen Energiefeld einer rhythmisch-musikalischen Farben-Epiphanie\u2019.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Umso h\u00f6her ist Karin Thomas\u2019 aufrichtiges Bem\u00fchen darum zu sch\u00e4tzen, auch konservativ-fig\u00fcrlichen Werken \u2013 speziell in der hochrangigen ostdeutschen Bildhauertradition \u2013 Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Davon zeugt ihre sensible Beurteilung von Gustav Seitz, und dem dient auch die exemplarische Schilderung des Werkprozesses von Fritz Cremers Buchenwald-Denkmal, das nach mehrmaligen Einspr\u00fcchen der staatlichen Auftragggeber erst in der dritten Fassung angenommen wurde und als Beispiel offizieller Reglementierung der DDR-Kunst gelten kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Die unterschiedlichen Medien \u2013 Malerei, Plastik, Fotografie, Aktionskunst \u2013 sind durchaus angemessen repr\u00e4sentiert; Video und Computerkunst, die sich im Buch nur schwer vermitteln lassen, erfreulich kompromisslos zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Die Werkbeispiele verraten nicht nur einen immensen Materialfundus sondern auch den kenntnisreichen, souver\u00e4nen Umgang damit. Dass es hierbei f\u00fcr den weniger professionellen Kunstsinnigen eine F\u00fclle von Entdeckungen zu machen gilt, sei mit Blick auf Edmund Kestings Fotomontage \u201aTod \u00fcber Dresden\u2019 von 1945 hervorgehoben oder auf die kritischen Bildfindungen von Klaus Vogelgesang und Joachim Schmettau, die auf dem Kunstmarkt weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Und wer kennt Wasja und Moritz G\u00f6tze, die im Kontext der \u201aKunst nach Spielregeln\u2019 in den neunziger Jahren verortet sind? Die Autorin wirft immer wieder ein Licht auf die unterschiedlichen Strukturen der k\u00fcnstlerischen Landschaften \u2013 verschiedene Kunstzentren in Ostdeutschland, eine eher breite Streuung in Westdeutschland \u2013, auf die Problematik von Auftragsproduktionen \u2013 beispielsweise Werner T\u00fcbkes monumentales Panorama \u201aFr\u00fchb\u00fcrgerliche Revolution in Deutschland\u2019 in Bad Frankenhausen oder \u00f6ffentliche Ausschreibungen, die \u2013 wie Hans Haackes Erdtrog f\u00fcr den Berliner Reichstag \u2013 ein hei\u00df diskutiertes Politikum wurden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Die Darstellung erweist sich \u2013 und das ist f\u00fcr kunstgeschichtliche Gesamtdarstellungen bemerkenswert \u2013 als bis in die unmittelbare Gegenwart auf der H\u00f6he der Zeit, was besonders in dem auch f\u00fcr Insider erhellenden Schlusskapitel \u201aNetzwerke\u2019 hervorsticht. Als Res\u00fcm\u00e9e darf man fststellen: das deutsch-deutsche Kunsttandem ist ganz sch\u00f6n in Fahrt.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">(Copyright Deutschlandradio)<\/span><\/p>\n<p>Die <em>Neue Z\u00fcrcher Zeitung <\/em>(NZZ <em>am Sonntag<\/em>, 22.9. 2002) stellt das Buch unter der Headline \u201e Ein Land im Spiegel seiner Kunst\u201c vor und vermerkt:<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u201eZw\u00f6lf Jahre nach der Wiedervereinigung legt die Kunsthistorikerin Karin Thomas nun eine erste gesamtdeutsche Geschichte der Kunst von 1945 bis heute vor und \u00fcberrascht durch eine differenzierte Pr\u00e4sentation einer F\u00fclle von Positionen. Ein Buch, in dem man zu bl\u00e4ttern beginnt und verweilen m\u00f6chte.\u201c<\/span><\/p>\n<p>Im Online-Portal des Goethe-Instituts\u00a0 schreibt Andrea Lesjak (Juni 2003):<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>\u201e\u00a0Nachdem die Kunsthistorikerin Karin Thomas bereits 1985 die Kunst im Osten und Westen Deutschlands in einem Buch knapp und thesenartig gegen\u00fcbergestellt hatte, gibt sie nun, mehr als eine Dekade nach der Wiedervereinigung, einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die gesamtdeutsche Kunstentwicklung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Einen solch monumentalen Versuch hat es bislang nicht gegeben. Einzig Kurator Eckhart Gillen unternahm es 1997, im Rahmen der 47. Berliner Festwochen mit der Ausstellung Deutschlandbilder im Berliner Gropiusbau Werke aus Ost und West gleichberechtigt nebeneinander zu pr\u00e4sentieren. Ziel war es, die Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten der k\u00fcnstlerischen Traditionen in den 40 Jahre lang getrennten deutschen Staaten visuell erfahrbar zu machen. Die Auswahl der Exponate konzentrierte sich damals vorrangig auf Kunstwerke, die explizit der Auseinandersetzung mit dem jeweiligen politischen System gewidmet sind wie Gerhard Richters <em>Oktober<\/em>-Zyklus zum Terrorismus der sp\u00e4ten 1970er Jahre in Westdeutschland oder die gro\u00dfformatigen Geschichtsgem\u00e4lde der Leipziger Malerschule (Werner T\u00fcbke, Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Willi Sitte).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Karin Thomas greift diesen Ansatz auf, kann aber in ihrer Gesamtdarstellung den Blick auch auf weniger prominente &#8222;Nebenwege&#8220; schweifen lassen. So wird auch Kunst, die auf den ersten Blick unpolitisch erscheint und ganz aus der individuellen Entwicklung eines K\u00fcnstlers zu erkl\u00e4ren ist, zum Signet einer spezifischen, durch die politischen Systeme gepr\u00e4gten Lebenserfahrung. Dazu bettet die Autorin die Werke in den zeithistorischen und kulturellen Kontext ein und versucht, Einblicke in die Alltagswirklichkeit beider Staaten zu geben. Denn die unterschiedlichen Entstehungsbedingungen und Publikationskontexte der Kunst in beiden Teilen Deutschlands hatten wesentlichen Einfluss auf die Etablierung unterschiedlicher Formensprachen und auch die Themenwahl der Arbeiten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Zehn gro\u00dfe Kapitel gliedern das Buch, das mit einer Schilderung der k\u00fcnstlerischen Verarbeitung des Kriegstraumas in den Tr\u00fcmmer- und Wiederaufbaujahren beginnt. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 1950er Jahre verliert sich im Westen das Interesse, gegenst\u00e4ndliche Darstellungen des Krieges und seiner Folgen zu versuchen. Mit abstrakten Ausdrucksformen wie Informel und Tachismus und mit Ausstellungen wie der ersten documenta 1955 wollte man nicht nur an die von den Nationalsozialisten gewaltsam abgebrochene Moderne wiederankn\u00fcpfen, sondern auch die deutsche Kunst wieder in den internationalen Diskurs<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">integrieren. Die Orientierung am amerikanischen Kunstmarkt spielte dabei eine wichtige Rolle. Zur selben Zeit wurden im Osten die Grundlagen und Regeln f\u00fcr eine parteikontrollierte Auftragskunst, den sozialistischen Realismus, geschaffen. Abstraktion galt als besonders staatsfeindlich. Die Auseinandersetzung mit modernen K\u00fcnstlern, die sich wie Picasso offiziell zum Kommunismus bekannt hatten, deren Arbeiten der sozialistischen Formensprache jedoch nicht folgten, lieferte reichlich Konfliktstoff.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Immer wieder weist Thomas auf die unterschiedliche Rezeption der gemeinsamen kulturellen Vergangenheit im geteilten Deutschland hin. W\u00e4hrend im Westen in den sp\u00e4ten 1960er Jahren das Idealbild des freien sch\u00f6pferischen Individuums zunehmend als R\u00fcckzug ins Private kritisiert wurde, erkannten K\u00fcnstler in der DDR dieses aus der Romantik herr\u00fchrende, idealistische K\u00fcnstlerselbstverst\u00e4ndnis als M\u00f6glichkeit des Widerstands gegen das vom Staat aufgezwungene, dienende K\u00fcnstlerprofil. Thomas macht aber auch auf Parallelerscheinungen aufmerksam, wenn sie etwa die Bem\u00fchungen um einen erweiterten Kunstbegriff bei Joseph Beuys und Gerhard Altenbourg gegen\u00fcberstellt, die beide in West- wie Ostdeutschland in den sp\u00e4ten 60er Jahren f\u00fcr die enge Verbindung von Kunst und Leben eintraten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Wichtige Stationen der jeweiligen Kunstentwicklung und des Dialogs zwischen Ost und West werden referiert, und schlie\u00dflich wird auch eine erste Bilanz der gemeinsamen Entwicklung seit der Wiedervereinigung 1989 gezogen. Wie die Diskussion um die k\u00fcnstlerische Ausgestaltung des Berliner Reichstagsgeb\u00e4udes und um die Weimarer Ausstellung zur Kunst im Nationalsozialismus und in der DDR (<em>Aufstieg und Fall der Moderne<\/em>) unl\u00e4ngst zeigte, ist die Beziehung nach langen Jahren der gegenseitigen Abgrenzung immer noch von Vorurteilen, fehlender Information und Problemen der Verst\u00e4ndigung gepr\u00e4gt. Kritische Ans\u00e4tze, Versuche des Dialogs oder gegenseitige Beeinflussung gerieten dabei oft in Vergessenheit. Mit ihrem umfangreichen und informativen Werk leistet Karin Thomas einen wichtigen Beitrag, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die unterschiedlichen Entwicklungen der Kunst seit 1945 in beiden Teilen Deutschlands zu f\u00f6rdern. Dabei hilft die umfangreiche Bildpr\u00e4sentation dem Leser, den eigenen Blick zu sch\u00e4rfen. Denn in den Kunstwerken spiegelt sich zwar die jeweilige historische Situation, dennoch bleiben sie Zeugnisse der individuellen Wahrnehmung der Welt und k\u00f6nnen so vielschichtige Erkenntnisse vermitteln.\u201c\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus insgesamt mehr als 40 Rezensionen sollen die folgenden Ausz\u00fcge angef\u00fchrt werden:<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u00a0\u201eKarin Thomas brilliert mit Detailwissen und Analysen.\u201c<\/span><\/p>\n<p>(<em>Focus<\/em>, 7.10.2002)<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u00a0\u201eEin Trumm von einem Buch f\u00fcr ein paar Jahrzehnte Kunst \u2013 gute Vorbereitung f\u00fcr Ausfl\u00fcge in den Dschungel der Bildmoden, aber auch ein kundiger \u00dcberblick der entzweiten, dann wieder vereinigten Stilwelten.\u201c<\/span><\/p>\n<p>(<em>Der Spiegel<\/em>, 7.10.2002)<\/p>\n<p>Unter der \u00dcberschrift \u201eEndlich: Ein unaufgeregter Blick\u201c konstatiert die <em>Frankenpost <\/em>(24.10.2002):<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u201eDer Titel ist unspektakul\u00e4r: \u201aKunst in Deutschland seit 1945\u2019. Aber die Sache selbst hat Brisanz. Denn das ganze Deutschland ist gemeint, das doch immer noch in vielem, auch in der Kunst, nicht so recht eins sein will. (\u2026) Jetzt unternimmt Karin Thomas, langj\u00e4hrige Ceflektorin f\u00fcr Kunst im Verlag DuMont, den Versuch einer Zusammenschau, wobei sie erstaunliche Parallelen entdeckt und allerdings auch auf Besonderheiten im ehemaligen H\u00fcben und Dr\u00fcben verweist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Ein fabelhaftes Buch ist ihr gelungen. So kenntnisreich und fair h\u00e4tten das wohl nur wenige schreiben k\u00f6nnen.\u201c<\/span><\/p>\n<p>Alfred Nemeczek schreibt in <em>art <\/em>(H. 12, Dezember 2002):<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u00a0\u201eDie K\u00f6lner Lektorin Karin Thomas ist die hier zu Lande wohl erfolgreichste Vermittlerin der Moderne: Ihre Paperbacks zur internationalen Kunstentwicklung seit 1900 (\u2026) liegen leicht in der Hand, wiegen aber schwer dank ihrer Faktenf\u00fclle und ihrer verl\u00e4sslichen Urteile zu K\u00fcnstlern und Richtungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Diese Vorz\u00fcge \u00fcbertr\u00e4gt Thomas jetzt auf ein \u00fcppig illustriertes Hardcover, das neben einem profunden Epochen-Report auch eine Art innerer Wiedervereinigung der deutschen Kunst seit 1945 anstrebt.\u201c<\/span><\/p>\n<p>Das <em>Darmst\u00e4dter Echo<\/em> (16.12.2002) rezensiert:<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u201eZw\u00f6lf Jahre nach der Wende beginnen sich die Spannungen zu entkrampfen, die den kulturellen Dialog zwischen Ost- und Westdeutschland in der fr\u00fchen Phase des Wiedervereinigungs-prozesses belastet haben.\u2019 So lautet der optimistische erste Satz im neuen Prachtband von Karin Thomas aus dem Dumont-Verlag. Sie geht mit Texten voller Tiefgang, detaillierter Sachkenntis und exzellenten Abbildungen das Wagnis ein, die Entwicklungen der Kunst in West- wie Ostdeutschland von 1945 bis heute nachzuzeichnen. (\u2026) Die Autorin ist mit mehreren B\u00fcchern zur deutschen Kunstgeschichte nach 1945 eine ausgewiesene Kennerin der Materie. Und: Sie f\u00fchrt ihren Leser sicher durch die Stofff\u00fclle von der \u201aStunde Nichts\u2019 nach Kriegsende 1945 bis in die j\u00fcngste Gegenwart der Kunst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Man hat das Gef\u00fchl, nahezu alles zu erfahren, was wichtig war in Ost- wie Westkunst: von den ersten Jahren der Erneuerung an, deren Kunst in allen damaligen Besatzungszonen vom Antifaschismus bestimmt wurde, bis hin zur Gegenwart, die in Deutschland wie weltweit von den Netzwerken der virtuellen Kunst gepr\u00e4gt ist. (\u2026) Karin Thomas zeigt: Da gibt es unvermutete N\u00e4hen zwischen einzelnen K\u00fcnstlern in Ost und West, aber auch v\u00f6llig Unvergleichbares. Zwei Beispiele f\u00fcr letzteres: W\u00e4hrend man im Westen seit den f\u00fcnfziger Jahren den Anschluss an die internationale Kunstszene suchte, gab es in der DDR zu jeder Zeit regionale Zentren, aus deren Subkulturen heraus Kunstwerke entstanden, die in der ganzen DDR bekannt wurden. Und: W\u00e4hrend im Westen sp\u00e4testens seit der Pop Art der sechziger Jahre die Idee des freien k\u00fcnstlerischen Individuums von den K\u00fcnstlern selbst problematisiert wurde, zogen die kritischeren Geister im Osten sich lange gerade auf dieses subjektivistische Ideal zur\u00fcck. Denn sie stellten es gegen die offizielle Doktrin vom gesellschaftlichen Auftrag der Kunst.\u201c<\/span><\/p>\n<p>Das <em>Handelsblatt<\/em> (21.12.2002) f\u00fchrt u. a. aus:<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u201eEinen fundierten Parallelblick auf das Schaffen ost- und westdeutscher K\u00fcnstler seit 1945 riskiert Karin Thomas in einem 540 Seiten starken Buch, das tiefere Einsichten bietet. Der DuMont-Autorin gelingt es in klarer, unverkrampfter Diktion, scharfe Trennungslinien und verborgene oder verdr\u00e4ngte Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Die 500 Abbildungen erhellen in enger Beziehung zum Text, aber auch als chronologischer Bildfundus f\u00fcr sich genommen, die Haupt- und Nebenwege deutsch-deutscher Kunst.\u201c<\/span><\/p>\n<p>Die <em>Westdeutsche Zeitung<\/em> (28.12.2002) \u00fcbertitelt ihre Besprechung:<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u201eEin vorz\u00fcgliches Nachschlagewerk und \u00fcppig bebildertes Lesebuch f\u00fchrt durch die Kunst in beiden Deutschlands seit Kriegsende\u201c <span style=\"color: #000000;\">und hebt hervor:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u201eDie Ausf\u00fchrlichkeit und Detailliertheit, mit der hier K\u00fcnstler wie Harald Metzkes, Gerhard Altenbourg, der Kreis um Sitte, T\u00fcbke, Mattheuer, Heisig und der Einzelg\u00e4nger Ebersbach gew\u00fcrdigt werden, beeindruckt.(\u2026)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u00dcberhaupt legt die Autorin eine sympathische Zuneigung zu K\u00fcnstlern au\u00dferhalb von Schulen und Gruppen \u2013 wie Palermo und Knoebel, Eva Hesse und Darboven, Rune Mields und Thomas Demand, schlie\u00dflich Jochen Gerz \u2013 an den Tag. (\u2026)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">So geht man aus der Lekt\u00fcre gest\u00e4rkt f\u00fcr zuk\u00fcnftige Museumsbesuche hervor \u2013 und bestaunt \u00fcberdies die fantastische Qualit\u00e4t der Fotoreproduktionen sowie der gesamten gro\u00dfz\u00fcgigen Ausstattung.\u201c<\/span><\/p>\n<p>Dass Kunstkritiker unterschiedliche Erwartungen haben, f\u00fchrt auch zu abweichenden Einsch\u00e4tzungen. Und daher sollen auch die Vorbehalte dokumentiert werden, die Hanno Rauterberg (<em>Die Zeit<\/em>, Sonderbeilage zur Buchmesse, 9. Oktober 2002) formuliert hat:<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u201eKarin Thomas illustriert in ihrem m\u00e4chtigen, datensatten Buchlaib, wie wechselvoll und schnell sich die Kunst ver\u00e4nderte. (\u2026). Unendlich viele Namen ziehen an einem vor\u00fcber, man staunt \u00fcber die F\u00fclle und das st\u00e4ndige Dr\u00e4ngen zur Novit\u00e4t, bekommt vorgef\u00fchrt, dass auch in der DDR keineswegs die Arbeitereinheitskunst dominierte. Nach einer Weile allerdings wird man des Chronologischen \u00fcberdr\u00fcssig: Erfreut liest man \u00fcber die vielen Vergessenen, \u00fcber jene Kurzzeitk\u00fcnstler, die in keinem Museum mehr auftauchen. Und doch bleibt diese Kunstgeschichte eine Hangelei vom einen zum N\u00e4chsten (\u2026) So f\u00fchlt sich der Leser nach der Lekt\u00fcre, als h\u00e4tte er in einer erstaunlichen Riesenfundgrube gest\u00f6bert, manches Sch\u00f6ne und Skurrile nimmt er mit. Nur einen gro\u00dfen Verst\u00e4ndnisbogen hat er nicht entdecken k\u00f6nnen.\u201c<\/span><\/p>\n<p>Diese Besprechung hat mich bei dem h\u00e4ufig ge\u00e4u\u00dferten Lob eigentlich besonders interessiert. Denn sie verweist auf ein Grundproblem der Kunstgeschichtsschreibung: Soll die Information \u00fcber die Entwicklung der Kunst umfassend sein, und sich damit auch dem Risiko aussetzen, eine vielleicht vewirrende Vielfalt von Kunst\u00e4u\u00dferungen zu beschreiben, die eine \u00f6ffentliche Wahrnehmung verdienen, oder sollte sie nach einem roten Faden suchen, einem einheitlichen Deutungsmuster, gar einem \u201egro\u00dfen Verst\u00e4ndnisbogen\u201c, den es m\u00f6glicherweise gar nicht gibt? Dar\u00fcber lie\u00dfe sich trefflich streiten. Vielleicht unterscheiden wir uns vor allem durch die Rolle, die ein Kunstbuchautor oder ein Feuilletonist einnimmt. W\u00e4hrend von einem Rezensenten der Mut zum entschiedenen (und das hei\u00dft auch subjektiven) Urteil erwartet werden muss, sollte ein Kunsthistoriker nach meinem Verst\u00e4ndnis versuchen, den vielen beachtenswerten K\u00fcnstlern dadurch gerecht zu werden, dass man ihr Werk so ins Blickfeld r\u00fcckt, dass der Leser und Betrachter selbst die Freiheit des eigenen Urteilens beh\u00e4lt. Ich lade Sie als Leser meiner B\u00fccher dazu ein, mit mir \u00fcber diese spannende Frage weiter nachzudenken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Zeitreise durch die Kunst im Spiegel \u00f6ffentlicher Resonanz Text als Word-Dokument downloaden: Meine_Zeitreise_durch_die_Kunst.doc &nbsp; 2002\u00a0\u00a0 KUNST IN DEUTSCHLAND SEIT 1945 Als meine wichtigste Publikation betrachte ich \u201eKunst in Deutschland seit 1945\u201c, die 2002 erschienen ist. 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